Idee & Einsatz

Kofferpacken mit Tönen

Spielprinzip und warum ich die App als kurzen, wirksamen Unterrichts‑Impuls einsetze.

Kurz erklärt:
Der Spieler beginnt mit einem Ton. Der Computer wiederholt die Folge und fügt jedes Mal einen neuen Ton hinzu. Danach wiederholt der Spieler alles und ergänzt erneut. Nach drei Fehlern endet das Spiel – Ziel ist eine möglichst hohe Punktzahl.

So funktioniert das Spiel

Das Prinzip kennen viele vom klassischen „Kofferpacken“ – nur mit Tönen: Ein Ton wird vorgespielt, der Spieler wiederholt ihn. Der Computer spielt die gleiche Folge nach und nimmt einen neuen Ton dazu. Dann ist der Spieler wieder dran: nachspielen und wieder einen Ton ergänzen. So wird die Tonfolge Schritt für Schritt länger.

Das Spiel hat kein festes Ende. Es geht darum, möglichst lange konzentriert zu bleiben. Nach drei Fehlern ist Schluss, und die Punktzahl wird angezeigt. Wenn man einen Fehler macht, spielt der Computer die korrekte Reihenfolge noch einmal vor.

Wie ich die App im Unterricht nutze

Diese App ist kein Dauerwerkzeug. Ich setze sie im Unterricht bewusst nur einmal ein – als kurzen Motivations-Impuls. Es geht nicht um Wettbewerb, sondern um ein gemeinsames Erlebnis, bei dem die Klasse spürt, wie anspruchsvoll echtes Zuhören ist.

Nach einer kurzen Vorstellung bitte ich die Kinder, sich zu melden: „Wer glaubt, dass er besonders gut Memory spielen kann?“ Es melden sich in der Regel mehrere Kinder. Dann bitte ich die Klasse, aus dieser Gruppe gemeinsam eine Person auszuwählen, die die Klasse vertritt. Das war ein kleines Experiment – und ich wusste vorher nicht, was dabei herauskommt.

Danach hören alle zu, fiebern mit – und merken schnell: Das ist nicht „nur ein Spiel“. Aufmerksamkeit, Konzentration und Mut werden plötzlich ganz praktisch.

Ergebnisse aus der Praxis (anonym)

Durchgeführt in 4.–6. Klassen an drei Schulen sowie in der Musikschule:

  • Schule 1: 64 Punkte
  • Schule 2: 128 Punte | 113 Punkte
  • Schule 3: 156 Punkte
  • Musikschule: 108 Punkte
  • Musikschule: 111 Punkte

Diese Zahlen sind keine Bewertung, sondern eine Orientierung für alle, die das Spiel selbst ausprobieren möchten.

Ein Impuls – kein Ersatz

Manchmal entsteht ein falsches Bild vom Guitar Colour System, wenn man nur einzelne Apps sieht. Deshalb ist mir wichtig, das klar einzuordnen: Die Apps sind nicht das System selbst.

Sie unterstützen den Unterricht, machen bestimmte Aspekte sichtbar und fokussieren einzelne Fähigkeiten – zum Beispiel Zuhören, Konzentration oder Orientierung auf dem Griffbrett. Jede App beleuchtet bewusst nur einen Ausschnitt.

Kofferpacken mit Tönen motiviert, schärft die Wahrnehmung und öffnet den Raum für das, was danach im Unterricht entsteht.