StammTöneRad – Pädagogische Idee

Ein einfaches Bild mit Bewegung, das das Gitarrengriffbrett über Farben, Zahlen und Hören langfristig erschließbar macht – auch für ganze Grundschulklassen.

Warum dieses Rad?

Das StammTöneRad wurde entwickelt, um das Gitarrengriffbrett spielerisch und niederschwellig zu verstehen. Die Farben der Gitarrensaiten EADGHE bilden die Grundlage. Das Rad verhält sich wie eine Uhr: 0 = leer, 12 = Oktave bzw. der 12. Bund. So entstehen Orientierung und Sicherheit – ganz ohne Theorie-Überfrachtung.

Prinzip: Entdecken statt Erklären

  • Farben schaffen sofort Zugang, besonders in großen Grundschulklassen.
  • Zahlen (0–12) entsprechen den Bünden auf der Gitarre und werden vor dem Instrument geübt – aufwärts & abwärts.
  • Bewegung: Bewegen wir uns etwa von der tiefen E‑Saite zur A‑Saite, dreht das Rad genau fünf Schritte – eine Quarte. Drehen wir von G nach H, sind es nur vier Schritte – eine große Terz. So verdeutlicht das Rad Abstände und Intervalle. Nur von der G‑ zur H‑Saite sind es 4 Schritte, ansonsten haben die Saitenpaare jeweils 5 Schritte Abstand.

Unterrichten in großen Klassen

Die Methode ist für Gruppen bis ca. 25 Kinder erprobt. Wichtig ist: Das Rad ist einer unserer Bausteine, der uns langfristig begleitet. Es wird nicht überfrachtet, sondern bietet den Kindern einen Anker, um das Verständnis des Griffbretts nach und nach zu vertiefen. Vorgehen im Kern:

  • Lehrkraft spielt Töne auf einer Saite vor und spricht die Bundzahlen mit. Es wird nicht das gesamte StammTöneRad am Stück durchgespielt, sondern zunächst auf der tiefen E‑Saite begonnen und dann über längere Zeit Schritt für Schritt auf weitere Saiten übertragen.
  • Kinder, die es selbst können, stehen auf und führen fort.
  • Ist etwa die Hälfte aufgestanden, gilt „Sprechverbot“ für die Lehrkraft – die Gruppe trägt.
  • Wer sitzen bleibt, bleibt ohne Druck und bekommt Hilfe. Mut heißt auch: sitzen bleiben dürfen.

So wachsen Selbstvertrauen und Eigenständigkeit – und das Klassenklima bleibt offen.

Musikalische Grundlagen – ganz praktisch

  • Von Anfang an mit Daumenanschlag und Wechselschlag.
  • Die beiden E‑Saiten zeigen identische Stammtöne – eine wichtige Entdeckung.
  • Beim Durchspielen der Stammtöne entstehen die verschiedenen Skalen von selbst: auf der E‑Saite die phrygische Tonleiter, auf den anderen Saiten folgen äolisch, dorisch, mixolydisch, lokrisch und wieder phrygisch.
Didaktischer Kern (Lehrer spielt vor): Hören – Sehen – Sprechen – Merken. Erst dann nehmen wir die Gitarre dazu. Wenn der Kopf die Aufgabe wirklich verstanden hat, ist das Spielen auf der Gitarre kein Problem.

Wozu das Rad gemacht wurde

  • Lehrkräften ein Werkzeug geben, das ohne Notenlast Orientierung schafft.
  • Schüler:innen eine spielerische Landkarte des Griffbretts geben.
  • Über längere Zeit neue Ebenen freilegen: Verbindungen, Skalen, Klänge.

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Weiter nutzen

Nutze das StammTöneRad regelmäßig im Unterricht: kurz, spielerisch, wiederholend. So wächst Vertrautheit – und die Kinder entdecken immer neue Zusammenhänge.

Selbstcheck & Aufgaben

Hinweis: Es gibt noch zwei weitere Kirchentonleitern. Eine davon ist für uns besonders wichtig – die ionische (Dur‑Tonleiter). Außerdem gibt es noch die lydische Tonleiter. Um sie nur mit den Stammtönen spielen zu können, starten wir bei Dur mit C und bei Lydisch mit F. Damit sind unsere Kirchentonleitern komplett und die Aufgaben verständlich spielbar.

Woran merke ich, dass ich das StammTöneRad wirklich verstanden habe? Prüfe dich mit kurzen, konkreten Aufgaben. Alles bleibt bei den Stammtönen – ohne Vorzeichen –, damit der Fokus klar bleibt.

1) Ionisch (Dur) – ab C

Hinweis: Die ionische Tonleiter entspricht unserer Dur‑Tonleiter. Spiele sie auf einer Saite auf‑ und abwärts. Starte bei C – entweder auf der A‑Saite im 3. Bund oder auf der H‑Saite im 1. Bund. Andere Saiten gehen auf der Konzertgitarre schnell in sehr hohe Lagen und sind für den Einstieg weniger geeignet.

2) Lydisch – ab F

Spiele die lydische Tonleiter ab F – wähle entweder die tiefe E‑Saite im 1. Bund (F) oder die hohe E‑Saite im 1. Bund (F). Spiele auf‑ und abwärts und sprich die Bundzahlen mit. Wenn die Bundzahlen richtig gut sitzen, ist der Weg zu den Notennamen nicht mehr weit.

Kann‑ich‑schon? (Kurz‑Check)